
Medizinisches Cannabis als Perspektive für chronisch erkrankte Raucher
Insbesondere für Raucher, die an bestimmten chronischen Erkrankungen leiden, bietet sich medizinisches Cannabis häufig als Therapieoption an. Aber bei welchen Erkrankungen kann Cannabis helfen, wie wird es am besten konsumiert und welche Schritte sind erforderlich, um ein Rezept dafür zu erhalten? Dieser Artikel soll die wichtigsten Fragen klären, die für eine informierte Entscheidung und die korrekte Anwendung von medizinischem Cannabis notwendig sind.
Medizinisches Cannabis wird vom Arzt verschrieben
Wenn eine Therapie mit Cannabis medizinisch sinnvoll ist, kann dieses vom Arzt verordnet werden. Um Cannabis auf Rezept zu erhalten, ist noch nicht einmal der Gang in eine Praxis nötig. Stattdessen kann das für die Verschreibung erforderliche Gespräch mit dem Mediziner online erfolgen. Das ist insbesondere für die Patienten von Vorteil, für die der Arztbesuch aufgrund von Mobilitätseinschränkungen oder Schmerzen besonders belastend wäre. Bei Bedarf kann das Rezept direkt an die vom Patienten gewünschte Apotheke gesendet werden, die dann das verordnete Cannabis bereitstellt. Ganz nach Wunsch des Patienten kann es sich bei der betreffenden Apotheke sowohl um eine niedergelassene Apotheke als auch um eine Versandapotheke handeln.
Cannabis rauchen – Wie findet der Konsum zu Therapiezwecken statt?
Cannabis kann auf unterschiedliche Arten konsumiert werden. Dazu gehören unter anderem:
- der klassische Joint
- Beimischung in selbst gedrehten Zigaretten
- Inhalieren des Rauchs durch eine sogenannte Bong
- Verdampfung wie bei E-Zigaretten
Jede der genannten Methoden hat Vor- und Nachteile. Raucher wählen in den meisten Fällen den Joint oder die Zigarette. Dabei handelt es sich um eine bereits gewohnte Form des Konsums, die außerdem sehr unkompliziert umsetzbar ist. Oft wird das Rauchen von Cannabis zu einer Art Ritual, das nicht nur Linderung, sondern auch Routine und Verlässlichkeit in den Alltag bringt.
Bei welchen Problemen wird Cannabis eingesetzt?
Der Grund für die Anwendung von Cannabis können unterschiedliche gesundheitliche Probleme sein. Sehr häufig wird es zur Schmerzlinderung bei chronischen Erkrankungen genutzt. Aber auch bei Übelkeit und Appetitlosigkeit, insbesondere wenn diese infolge einer Chemotherapie auftreten, sind oft sehr gute Ergebnisse zu beobachten. Schlafstörungen sind ein weiteres Problem, das durch Cannabis gelindert werden kann. Es hilft auch bei Muskelkrämpfen und Spastiken, wie sie beispielsweise bei Multipler Sklerose auftreten können. Auch eine entzündungshemmende Wirkung wird dem Cannabis zugeschrieben. Leidet der Patient unter Angstzuständen oder bestimmten Formen von Epilepsie, kann dies ebenfalls eine Indikation sein. Grundsätzlich muss aber immer der individuelle Fall betrachtet werden, um die Eignung von Cannabis für die Therapie zu beurteilen und diese optimal auf den einzelnen Patienten abzustimmen.
Andere Medikamente durch Cannabis ersetzen?
Cannabis wird üblicherweise nicht genutzt, um andere Therapien bei chronischen Erkrankungen vollständig zu ersetzen. Stattdessen ist es als Ergänzung dazu zu verstehen. Oft ist es jedoch möglich, die Dosis anderer Medikamente wie beispielsweise von Schmerzmitteln erheblich zu reduzieren. Dadurch lassen sich bestimmte Nebenwirkungen deutlich verringern oder sogar komplett vermeiden. Für viele Patienten geht das mit einer starken Verbesserung ihrer Lebensqualität einher. Die optimale Kombination der einzelnen Medikamente ist stets vom individuellen Patienten und dessen Erkrankung abhängig. Es ist daher unerlässlich, gemeinsam mit dem behandelnden Arzt einen strukturierten Therapieplan zu erstellen und diesen bei Bedarf so abzuwandeln, dass die Behandlung stets auf die aktuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist.
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